Algarve-Impressionen (5)

Wer freiwillig seinen Wecker im Urlaub auf irgendwas um vier Uhr morgens rum stellt, muß eigentlich total verrückt sein. Wir taten es an diesem Tag, denn es sollte mit dem Bus nach Lissabon gehen. Die Tickets hatten wir uns schon am Vortag besorgt (anders wäre es auch nicht gegangen, da um die Uhrzeit der Schalter noch nicht öffnet und ein Kauf im Bus nicht möglich ist) und so standen wir am frühen Morgen in der kleinen Busstation von Lagos.

Mit einem modernen bequemen Reisebus ging es erst noch nach Praia da Rocha, Portimão und Lagoa, bevor es dann über die Autobahn nach Norden ging. Vom wunderschönen Sonnenaufgang bekam ich nichts mit, hinter Lagoa fielen mir erst mal eine Weile die Augen zu. Erfrischt wachte ich nach einiger Zeit auf, auf dem Bildschirm lief ein Film 😮 und wir waren schon mitten im Alentejo. Über drei Stunden Fahrt ist natürlich perfekt für ein Buch von Rebecca Gablé und so steckte ich meine Nase tief in den ersten Teil der Waringham-Trilogie (‚Das Lächeln der Fortuna‘).

In Lissabon angekommen, besorgten wir uns erst mal Fahrkarten, um mit der U-Bahn in die Stadt und nachher wieder zurück zu kommen. Man sollte sich hier übrigens genau überlegen, was man plant. Diese Tickets kostet 3,90 €. Jede weitere Fahrt mit Straßenbahn oder Bus dann 1,40 €. Wenn man also viel fahren möchte, sollte man sich nach dem Touristenticket für 7,00 € erkundigen, wenn da alles dabei ist (wir fuhren ohne und habe es gerade so hinbekommen), fährt man damit billiger.

Da wir hier schon im Kopf hatten, daß wir genau eine Woche später in London sein würden, schlich sich dann doch der eine oder andere Vergleich in den Sinn: Die Beratung ist dort am Schalter doch um einiges besser und in der Regel freundlicher.

In der Stadt angekommen, entschlossen wir uns zu einem Besuch des Torre de Belém, was wir letztes Mal nicht geschafft hatten. So ging es in die Straßenbahn. Wir stiegen etwas zu früh aus, was aber nicht weiter schlimm war, zum einen war die Straßenbahn brechend voll und zum anderen war die Strecke dann doch recht nett. Intelligenterweise hatten wir den Portugal-Reiseführer (mit Lissabon) zu Hause gelassen, dann hätten wir uns das Hieronymiten-Kloster ‚Mosteiro dos Jerónimos de Belém‘ noch viel genauer angeschaut. So zog es uns aber doch etwas schneller zum Auswanderer-Denkmal ‚Padrão dos Decobrimentos‘ am Ufer des Tejos. Leicht ist es nicht, das Denkmal zu fotografieren. Vor dem Denkmal ist eine Karte eingelassen, die die Spuren der Portugiesen in der Welt zeigt. Die Karte ist allerdings sehr umlagert.

Gegen 2,50 € Eintritt kann man mit dem Fahrstuhl bis fast oben hin fahren. Der Blick ist grandios, selbst an Tagen wie diesen, wo es nicht so gutes Wetter ist. Ein dickes Manko allerdings: Kleine Personen werden diskriminiert! Die gemauerte Brüstung ist so hoch, daß ich (1,53 cm) wirklich Schwierigkeiten, länger drüber zu schauen. Trotzdem drehte ich zwei Filme und machte ein paar Fotos. Wieder unten angekommen, gingen wir noch ins Untergeschoß, wo wir uns die aktuelle Ausstellung anschaute und die Toilette benutzten.

Weiter ging es zum Torre de Belém, der sehr schönen Festung fast an der Mündung des Tejo. Einige Fotos haben wir gemacht, aber hinein gingen wir nicht. Eintritt in unbekannter Höhe und Fotografierverbot, dazu eine ziemliche Schlange. Da begnügten wir uns mit den Außenansichten und dem Modell.

Zurück in der Innenstadt fuhren wir dann mit einer historischen Bahnlinie nach oben in Richtung Alfama. Was für ein Spaß! Die Straßen sind teilweise so eng und die kleine Bahn heizt da durch… Schließlich stiegen wir bei Sta. Luzia aus. Dieses Mal machten wir uns allerdings nicht an den Aufstieg zur Mouraria (dort waren wir beim letzten Mal) sondern zum Miradouro da Graça. Auf der kleinen Terasse ist ein kleines Lokal und Bänke unter schattigen Bäumen. Hier machten wir Pause und genossen den Ausblick über die Stadt. Auf diesem schönen Platz habe ich dann auch ein paar Runden gestrickt.

Wir liefen runter, vorbei an der Sé (Kathedrale). Wieder unten in der Baixa angekommen, bummelten wir durch die Geschäftsstraßen, gingen zum McDonalds und brachten so die Zeit rum, bis wir wieder zum Bus zurückkehren mußten. Die Fahrt nach Lagos verlief ereignislos, ich verbrachte sie wieder fleißig lesend und ab und an aufschauend und in tiefer Dunkelheit kamen wir dann wieder erst in Lagos und wenig später zu Hause an.

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3 Kommentare zu “Algarve-Impressionen (5)

  1. Ein toller Reisebericht liebe Bianca und schöne Bilder. Vielen Dank für Deine Mühe immer! Was mich sehr fasziniert sind die schmalen Gässchen. Das ist ja noch schlimmer als in Italien 😉 Da kommt man höchstens noch per Fahrrad durch….wenn überhaupt. Puh…
    Ich wünsche Dir noch eine tolle Zeit!
    Liebe Grüessli
    Dany

  2. Sehr schöne Bilder und so ein ausführlicher Bericht. Schreibst Du Dir das alles auf oder weißt Du nach dem Urlaub noch was Ihr so gemacht habt?

    Lieben Gruß, Anna

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