Gran Canaria Einschub: Pozo Izquierdo

Ein Grund für uns, nach Gran Canaria zu fliegen, war Pozo Izquierdo. Dieser Ort, zu deutsch der ‚Linke Brunnen‘ (woher das kommt konnte uns unsere Vermieterin Mona, die bereits 14 Jahre dort lebt, allerdings nicht sagen), ist eines der besten Reviere der Welt für Windsurfer.

Wie Ihr vielleicht bereits wißt, surft Arne selbst seit ein paar Jahren und war deshalb neugierig, was hier so los ist. Selber hier zu surfen kam allerdings für ihn nicht in Frage. In Pozo Izquierdo surft man nur, wenn man es richtig gut kann.

Der Wind hier ist fast durchgehend relativ stark. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, auch an sonnigen Tagen eine Jacke oder einen dickeren Pulli mitzunehmen, wenn man sich eine Weile an dem steinigen Strand aufhalten will, wo die Surfer ins Wasser starten. Sitzen kann man hier ganz gut, es ist eine Art Atrium aufgebaut mit Stufen. Und ein Taschentuch für die (Sonnen-) Brille sollte man auch nicht vergessen.

Wie schon gesagt, hier surfen die, die es wirklich können. Sie flitzen über die Wellen und Wasserstarts und Wenden sind für sie so einfach wie atmen. Viele sind einfach nur gute Fahrer, vielleicht Einheimische, für die der Weg ins Wasser nicht weit ist, aber mit etwas Glück sieht man hier auch Surfer, die in den Wettbewerben in den verschiedenen Toprevieren der Welt mitfahren. Verdächtig ist immer ein buntbemalter Bus auf dem Parkplatz oben (diese Topfahrer werden häufig von Autofirmen gesponsort und haben dann wunderschön gesprayte Fahrzeuge), mit etwas Glück entdeckt man ein Segel mit einer Nummer drauf (manchmal fahren die auch sozusagen inkognito).

Was diese Fahrer noch ein bißchen sehenswerter macht als die anderen ist, daß viele von ihnen nicht einfach nur surfen, sondern eben auch Tricks trainieren. Salti, Drehungen mit dem Board und andere interessante Figuren, es ist wirklich spannend anzuschauen. Wir haben sechs solcher Fahrer klar identifizieren können (und der nette Typ, mit dem Arne sich unterhalten hat, war vielleicht auch einer, Surfer sind sehr freundliche offene Menschen, wie ich bisher mitbekommen habe), ich habe zu Hause eine Seite gefunden, wo man sich zu den Nummer die Surfer suchen kann, darunter einen deutschen Nachwuchssurfer, der inzwischen auf der Insel lebt und für Spanien fährt (Philip Köster), einen Norweger, der auch ziemlich bekannt ist (Vidar Jensen) und die erfolgreichste Surferin überhaupt, Daida Ruano Moreno.

Arne hat natürlich viele schöne Fotos und Filme gemacht, hier sind einige davon:

Gran Canaria: Alte Wege

Vielen lieben Dank für die vielen erfreuten Kommentare. Ich (und auch Arne) freue mich, daß es Euch gefällt und daß ich noch so einige hoffentlich schöne Bilder für Euch habe.

Wenn man es genau nimmt, sind eigentlich alle Straßen auf Gran Canaria für uns alte Wege, denn mehr oder weniger sind wir alle diese Straßen schon einmal gefahren.

Aber zunächst noch mal ein Blick bei Tag von unserem Balkon.

Da unten ist der Kreisel, wo sozusagen die Küstenstraße durchgeht. Rechts davon konnten wir auch den ZOB des Ortes sehen. Auf dem Balkon haben wir uns wirklich viel aufgehalten, auch abends bzw. sogar bis in die Nacht rein. In Puerto Rico ist immer viel los und es fahren auch sehr viele Busse und Taxen. So hatten wir immer viel Spaß, zu beobachten, was da unten geschah.

Zurück zur Fahrt…

Wir fuhren auf der Autobahn bis Maspalomas und hatten dann etwas Mühe, zur Straße hinauf nach Fataga zu gelangen, weil es eine direkte Abfahrt nur auf der anderen Seite der Autobahn gibt.

Auch diese Straße ist anspruchsvoll, aber nicht so eng. Allerdings zieht sie sich recht schnell in teilweise engen Serpentinen das Barranco (Flußtal) hinauf. Vom Mirador de Fataga hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Küste und Maspalomas:

Fataga selber ist ein wunderschöner kleiner Ort. Leider konnten wir diesmal hier keinen frischen Orangensaft trinken, die kleinen Lokale waren geschlossen.

Weiter ging es nach San Bartolomé de Tirajana. Die Stadt sehr gepflegt. Wir schauen uns etwas um und nach einem Blick auf die Karte entscheiden wir über die Weiterfahrt.

Wir fahren in Richtung Meer und gelangen nach Santa Lucia de Tirajana. Hier hat sich sehr viel getan, das Zentrum ist ganz neu und sehr schön gestaltet.

Hinter Santa Lucia kommt dann noch die Fortalezza Grande. Hier war eine der letzten Zufluchten der Guanchen, der kanarischen Ureinwohner vor den Spaniern. Der Legende nach sollen sich hier über 1600 Menschen verschanzt haben. Sie wurden überredet, aufzugeben, nur zwei anführer stürzten sich lieber in den Tod. Die Guanchen sind sehr schnell in den spanischen Neuankömmlingen aufgegangen, da diese, wollten sie Land auf der Insel erhalten und dort bleiben, verheiratet sein mußten.

Allerdings fühlen sich viele Einheimische heute nicht als Spanier sondern als Kanaren und versuchen, das Erbe der Guanchen zumindest teilweise am Leben zu erhalten, soweit dies noch möglich ist.

Es zieht uns runter zum Meer, nach Pozo Izquierdo, weiter nach Playa del Ingles und Maspalomas. Dort schauen wir uns an, was sich rund um den Faro getan hat, es ist einiges. Wie wir aber feststellen, ist es auch hier nicht unbedingt so schlimm, sondern durchaus mit Geschmack abgelaufen.