Madeira: Levadas

Heute folgt nun das letzte Kapitel aus dem Madeira-Tagebuch, die Bilder unserer Levadawanderungen. Einfach war es diesmal nicht, unsere gewohnten Wege waren uns in der Regel auf Grund des Wetters versperrt. Allerdings haben wir so eben ein paar neue Sachen ausprobiert, was ebenfalls sehr spannend war.

Von der Boca da Encumeada

Von diesem Paß aus kann man zwei Strecken laufen. Zunächst geht es auf jeden Fall entlang der Levada do Norte, an einem Tunnel kann man sich entscheiden, ob man dieser durch den Tunnel weiter in ein wunderschönes sehr grünes Tal folgen möchte oder geradeaus entlang der Levada das Rabaças weiterzieht, bis zu einem sehr langen Tunnel (2km, kann man durchlaufen, haben wir aber noch nie gemacht, das andere Ende kennen wir aber durch eine andere Wanderung ebenfalls).

Diese Levada(s) hatten wir beim ersten Mal sogar ohne Wanderführer entdeckt und lieben beide Varianten sehr. Und weil sie auch recht einfach ist, sollte es zur Einführung unsere erste sein.

Aber leider leider sollte es nicht sein. An einer Stelle noch vor der Abzweigung ist dieses Jahr ein Erdrutsch runtergegangen, der Weg war nach einem Stück versperrt. Wir sind dann der Levada noch zur anderen Seite gefolgt, allerdings endet sie dann doch recht schnell in einem großen Becken, wo das Wasser durch ein langes Rohr ins Tal geleitet wird.

Caldeirão Verde

Das ist eine weitere Lieblingslevada von uns. Länger, insgesamt 13km zu laufen und mit einem sehr schönen Zielpunkt. Seitdem diese Levada allerdings optimal gesichert ist, auch mehr genutzt, wenn vielleicht auch nicht ganz so stark wie der Klassiker zu den 25 Quellen…

Aber auch an diesem Tag gelangten wir nicht ans Ziel. Die Wanderung war eh recht feucht, später, wo sie sich weiter in die Berge zog, ging es genau unter abregnende Wolken. Das machte am Ende so wenig Freude, das wir umgedreht sind, obwohl wir noch nicht mal zum ersten Tunnel gelangten.

Entlang der Levada Nova I

Es wurde Zeit, neue Wege zu suchen. In den nächsten Tagen war es weiter oben stets wolkenverhangen, also orientierten wir uns zum Wandern eher an der Südwestküste.

Eine Wanderung im Wanderführer geht entlang der Levada Nova, genauer einer Levada Nova (auf unserer Karte habe ich drei Levadas dieses Namens entdeckt, die nichts miteinander zu tun haben, an zweien davon sind wir diesmal gewandert) von Prazeres nach Calheta (bzw. in einem anderen Führer, den wir an diesem Tag dabei hatten, umgekehrt). Es war klar, daß wir sie nicht komplett laufen würden (vier Stunden Laufzeit mal zwei um zurück zum Auto zu kommen), aber wir wollten ihr folgen, solange wir Lust hatten.

Wieder eine sehr angenehme Wanderung, am Anfang vielleicht ein bißchen langweilig, dann aber teilweise traumhaft schön. Das hatte sich wirklich gelohnt.

Lombada da Ponta do Sol

Eine weitere neue spannende Wanderung, wenn auch nicht ganz ohne (im Rother Wanderführer schwarz klassiert, das ist die schwierigste Stufe). Etwas weiter östlich als gestern kann man hier eine Art Rundweg laufen, an einer anderen Levada Nova entlang bis zu ihrer Madre (Quelle) und dann an der Levada do Moinha wieder zurück oder eben umgekehrt. Um von einer zur anderen Levada zu gelangen ist ein recht steiler Ab- bzw. Aufstieg nötig, der über grobe Treppenstufen gemacht wird. Je nachdem, wo man den Wagen parkt, muß man dann natürlich auch am Ende noch einmal durchs Dorf auf- oder absteigen.

Wir wählten die oben beschriebene Variante, parkten oben und liefen dann unten zurück. Die Levada Nova war stellenweise ein bißchen feucht. Wasser tropfte auf die Levada, einmal ging es sogar hinter einem Wasserfall entlang, ein Tunnel war zu durchlaufen, es ging entlang einer Galerie ebenfalls hinter einem enormen Wasserfall. Der Abstecher zur Madre war nett, aber nicht soooo spektakulär, aber ein guter Ort für eine Pause. Der Abstieg zur Levada do Moinha war wie schon geschrieben steil – er bescherte mir an den folgenden Tagen einen Höllenmuskelkater in den Oberschenkeln.

Und auch der weitere Weg war durchaus nicht ohne… schon die erste Bachüberquerung (wohl der Bach von dem großen Wasserfall) war kompliziert, die eigentliche Querung war dermaßen hoch überspült, das wir weiter hinten lieber über die Felsen geklettert sind um ihn zu hinüberzugelangen. Die Levada wird nicht mehr genutzt und nicht mehr gepflegt… das machte auf dem weiteren Weg dann die eine oder andere Klettertour über umgestürzte Bäumen etc. notwendig. Und auch unter einem Wasserfall mußten wir hier wieder durch.

Auf der anderen Seite war das Wandern dadurch auch sehr ursprünglich durch eine sehr natürliche Landschaft. Und hat irgendwie auch Spaß gemacht (im Sommer dürfte die Wanderung zumindest etwas trockener sein).

Entlang der Levada Nova II

Eigentlich wollte Arne an unserem letzten Tag eine weitere schwarze Wanderung des Rother-Wanderführers laufen. Allerdings war das Wetter an der Stelle dermaßen schlecht, daß wir gar nicht erst zum Ausgangspunkt hochfuhren. Wir griffen dann zu Plan B und liefen die Wanderung entlang der ersten Levada Nova einfach umgekehrt, von Prazeres in Richtung Calheta.

Allerdings kamen wir hier auch nicht ganz so weit wie gewünscht. Die Levada ist zwar gepflegt, aber der umgestürzte Eukalyptus war wohl zu frisch… drüberklettern wäre zwar möglich gewesen aber zweimal mit meinem Muskelkater – nein, das wollte ich nicht (laufen ging zwar aber das eher nicht), wir drehten um.

So, das war es… ich hoffe, auch der heutige Ausflug nach Madeira hat Euch gefallen. Wir werden sicher wiederkehren, aber nächstes Mal wohl doch lieber wieder im Sommer, dann ist das Wetter doch inzwischen stabiler. Und ich fürchte dann wird es nur noch Wandertage geben, mit den neuen und den zwei weiteren ‚Stammlevadas‘, die wir dieses Mal gar nicht laufen konnten…

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Ein Kommentar zu “Madeira: Levadas

  1. Hallo liebe Bianca,
    nun habe ich alle Deine Madeira Berichte gelesen und mir die tollen Bilder angesehen.
    Ich bin wirklich begeistert, wunderschön!
    Deine Fotos sind wirklich herrlich, das sieht nach einem wunderbaren Urlaub aus, auch wenn das Wetter nicht gaaanz so mitgespielt hat.

    Vielen Dank auch noch für Deine Anteilnahme und die tröstenden Worte bei mir im Blog…

    Liebe Grüße
    Katinka

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