Unterwegs-Büdel: Lissabon

Frohes Neues Jahr an alle meine Leser und möge es ein gutes Jahr für Euch werden!

Den Jahreswechsel haben wir dieses Mal in der Stadt am Tejo verbracht. Nach Lissabon wollten wir schon immer mal länger als nur einen Tag per Bus von der Algarve und mit günstigem Flug und Hotel bot sich das jetzt an. Das ganze paßte dann auch noch perfekt, weil die zweite Dezemberhälfte auf Grund persönlicher Dinge extrem stressig war – und schon im voraus gesagt schaffte dieser kurze Trip tatsächlich Entspannung und Erholung. Viele schöne Bilder haben wir gemacht und ich möchte Euch so einige davon zeigen.

Gestartet sind wir am 30. Dezember in Bremen. Über Lissabon gab es dann erst mal einen kleinen Rundflug zur Landung:

Im Hotel angekommen (Sete Colinas bei der Station Anjos, gut zu erreichen und nicht weit in die Stadt (und das Hotel ist besser als die Homepage!)) bekamen wir das Familienzimmer mit fünf Betten – wir hatten also massig Platz:

Aber natürlich hielt es uns nicht lange hier und wir machten uns schnell wieder auf den Weg in die Stadt – gucken, bummeln, Essen gehen – und Arne ist dann später noch das erste Mal Straßenbahn gefahren.

Die erste Nacht im Hotel verlief sehr ruhig und das Frühstücksbuffet ist wirklich ok und der Kaffee immerhin trinkbar (an Paris kommt eh keiner ran ;-)). Und so war dann schnell der Silvestertag angebrochen, der in Lissabon fast ein ganz normaler Tag ist. Früh waren wir auf den Beinen und unterwegs.

Per Metro ging es zur Enthaltestelle Cais do Sodre und dort nach kurzen Stop mit dem Zug nach Estoril und Cascais (Hin- und Rückfahrt für 4,80 EUR). Beides sind Orte, wo die Lissaboner gerne im Sommer hinfahren. Wir fuhren bis Estoril und waren ganz schnell an der wunderbaren Promenade, die dann in Cascais endet. Wer gerne joggt, ist hier ebenfalls genau richtig.

Cascais ist ein absolut zauberhafter Ort. Wir hatten dazu noch wunderbares Wetter, für uns Nordlichter fast schon ein Frühlingstag.  Wir bummelten durch die Einkaufszone, zum Platz wo es viele Lokale gibt und dann ans Meer. Arne marschierte dann noch mal alleine los, während ich es mir auf einer Bank mit meinem Strickzeug bequem machte, später gingen wir den Weg noch einmal gemeinsam. Irgendwann machten wir uns dann auf den Weg zurück und das fiel uns wirklich arg schwer. Den Weg zum Bahnhof zeigte uns eine sehr reizende Engländerin, die dort lebt und die wir ein Stück mit ihren beiden Hunden begleiteten.

Die nächsten beiden Fotos sind auch von A. Schmidt, da hat was nicht ganz geklappt.

Wieder in Lissabon angekommen, machten wir uns auf den Weg zum laut Reiseführer derzeit größten Shoppingcenter der Stadt (Centro Comercial Colombo). Das Teil erschlägt einen, aber ein bißchen was haben wir tatsächlich gefunden. Von einigen Ketten gibt es hier die größten Läden, die mir bisher über den Weg gehüpft sind.

Nach dem Shoppen ging es dann wieder in die Stadt und etwas mühselig (wo fuhr noch mal dieses Straßenbahn?) zur Gegend um den Torre de Belém. Das Hieronimus-Kloster, das Padrão dos Decombrimentos und der Torre im Abendlicht, sieht manchmal aus wie Kitsch pur, aber wir hatten einfach einen fantastischen Sonnenuntergang.

Nach einer langen Fahrt mit der Straßenbahn und einem kurzen Abendessen am Rossio war es erst mal gut – ab ins Hotel, ausruhen und Kraft sammeln. Der Tag war immerhin schon lang gewesen.

Aber noch war nicht Schluß. Um viertel vor elf machten wir uns wieder auf den Weg in die Stadt zur Praça do Comércio. Warten auf Mitternacht. Die Einheimschen auf dem Platz hatten noch ein wenig mehr Spaß, die Gruppe auf der Bühne spielte scheinbar bekannte und sehr beliebte Hits. Gute Musik. Um Mitternacht wurde es dann schlagartig irgendwie richtig voll. Das Feuerwerk wurde mit südländischer Begeisterung begrüßt. Arne hat es geschafft, 8 Minuten davon zu filmen. Das Feuerwerk war wirklich schön gemacht, auch wenn ich hier tatsächlich zum Beispiel zum Freimarkt noch etwas bessere auch in der Komposition gesehen habe.

Danach wurde es dann wirklich streßig. Scheinbar war um Mitternacht rum der Platz so richtig voll geworden und es war furchtbar schwer, den Platz zu verlassen. Für Leute mit Platzangst und Familien meiner Meinung nach definitiv nicht zu empfehlen. Wir schafften es zurück zur Metrostation und auch in einer Zug – wahrscheinlich wäre es besser gewesen, zu Fuß zu gehen, es wurde arg kuschlig. Aber wir schafften es heil auch wieder an unserer Station raus und in die Sicherheit der Straße, bzw. des Hotels. Ein schöner Tag ging so zuende.

Am Neujahrstag schliefen wir nur ein klein wenig länger. Wir hatten noch Zeit, bis wir zum Flughafen mußten und die wollten wir unbedingt nutzen. Und das wurde auch wieder mit einem wunderbaren Tag belohnt.

Wir begannen mit der Alfama und fuhren mit der 28 hinauf. Ziel war die Festung, die allerdings am Neujahrstag so früh nicht auf war. Trotzdem liefen wir ein wenig durch die Gassen drumherum und dann wieder runter zur Kathedrale.

Mit der Straßenbahn ging es auf die andere Seite der Stadt. Wir landeten im Viertel Bica und dort auf einen Miradouro. Tolle Aussicht, gute Musik aus dem Café, Sonne – wir waren eine ganze Weile dort.

Weiter dann zum Ascensor da Bica. Die Fahrt war in unserem Tagesticket enthalten. Nicht lange, aber sie hat Spaß gemacht. Danach bummelten wir hinüber ins Viertel Baixa – Praça Luis, Largo do Chiado und weiter zum Platz zu der beim Erdbeben zerstörten Kirche Igreja do Carmo und von dort mit dem berühmten Fahrstuhl (ebenfalls im Ticket drin) runter zur Rua Aurea.

Nun zog es uns noch mal zur Praça do Comércio und an den Tejo. Es war ein wunderbarer Tag, warm und sonnig und so verweilten wir dort so lange, bis es Zeit war, zur Metro zu gehen um unsere Koffer aus dem Hotel zu holen.

Im Hotel wurde noch mal ein bißchen umgepackt und einen Moment mit der netten Rezeptionistin geschwatzt. Dann zurück zur Metro und auf zum Flughafen.

Und da ging es dann um kurz vor sechs ab nach Hause. Ein wunderschöner Kurztrip war zu Ende.